Allergieprophylaxe

Die Neigung Allergien (Atopie) zu entwickeln liegt, zu einem Großteil in den Genen. Das Allergierisiko ist also in Familien in denen Allergien häufig sind, stark erhöht. Es ist schwer den richtigen Mittelweg zwischen überzogenen Maßnahmen und Ignorieren eines bestehenden Allergierisikos zu finden, in vielen Fällen ist der Ausbruch der Allergie gar nicht zu vermeiden. Allein das Hinauszögern dieses Zeitpunkts ist aber sicher schon als Erfolg zu bewerten. Wenn die Krankheit einmal ausgebrochen ist gilt es den Verlauf zu mildern und einer Verschlechterung oder gar Folgeschäden vorzubeugen.


Maßnahmen, die den Ausbruch einer Allergie beeinflussen

Präventiv gegen das Auftreten von Neurodermitis und Kuhmilchallergie wirken Stillen und die Verwendung von bestimmten hypoallergenen Milchprodukten im Säuglingsalter. Auch andere Nahrungsmittel die bei Kindern häufig Allergien auslösen sollten erst spät in die Kost eingeführt werden um Nahrungsmittelallergien und Neurodermitis als erste Erscheinungen einer Allergie zu verhindern. Später auftretende (hauptsächlich inhalativen) Allergien sind aber durch diese Maßnahmen nach heutigem Wissensstand nicht abzuwenden. Der  mögliche präventive Effekt von Nahrungsfaktoren (Probiotische Produkte, Fettsäuren, usw.) ist umstritten und kann nach heutigem Wissensstand nicht empfohlen werden. In diesem Zusammenhang findet man wenige kontrollierte Studien aber umso mehr unbewiesene Behauptungen. Jahrzehntelang wurde die Meidung von Allegieauslösern als die entscheidende Maßnahme gegen Alergieentwicklung empfohlen. So wurde Familien mit Allergierisiko geraten prophylaktisch Sanierungsmaßnahmen gegen Hausstaubmilben durchzuführen und keine Fell tragenden Haustiere zu halten. Diese Empfehlung - von der Idee durchaus logische Empfehlung - ist nicht mehr haltbar. Große Studien haben gezeigt dass ein früher Kontakt mit Allergieauslösern das Immunsystem eher gewöhnt als allergisch macht: die Allergie gegen Tierhaare ist seltener wenn immer Haustiere gehalten wurden als wenn diese gemieden wurden. Ob nun früher Tierkontakt im Gegenteil sogar empfohlen werden sollte, müssen weitere Studien klären. An dieser Stelle sei aber noch einmal betont, dass bei bereits bestehender Tierhaarallergie das entsprechende Felltier in jedem Fall zu meiden ist. Das Vermeiden von Rauchen und während der Schwangerschaft und Passivrauchen nach der geburt des Kindes ist eine gesicherte Präventionsmaßnahme. Es ist zu hoffen, dass in der Zukunft mehr wirksame Präventionsmaßnahmen entwickelt werden können.

Maßnahmen welche bei bereits allergischen Patienten eine Verschlechterung der Erkrankung beeinflussen.

Als gesichert kann gelten, dass das Vermeiden von Allergieauslösern bei bereits allergischen Patienten die Symptome verbessern kann und Folgeschäden verhindert. Patienten mit Hausstaubmilbenallergie können in ihrem Wohnbereich praktisch beschwerdefrei werden, wenn eine konsequente Staubmilbensanierung durchgeführt wurde. Daß Patienten mit Tierhaarallergie bei dauerndem Tierkontakt mehr leiden als in einer tierfreien Umgebung versteht sich von selbst. Auch eine angemessene Behandlung der Allergie durch geeignete Medikamente bekämpft die allergische Entzündung und verhindert eine dauerhafte Schädigung der Schleimhäute. In einer großen europäischen Studie, die in mehreren Ländern Europas durchgeführt wurde konnte bewiesen werden, dass eine Impfkur gegen Allergie (>spezifische Immuntherapie) der Entwicklung neuer Allergien entgegenwirkt und die Entwicklung von Asthma bei bestehenden Schupfenbeschwerden verhindert. Die Impfkur stellt also nicht nur eine wichtige Behandlungsform für Allergien dar, sie wirkt auch allen Folgeproblemen von Allergien entgegen. Eine Impfkur ist bei den meisten Fällen von Pollenallergie und Hausstaubmilbenallergie zu empfehlen.