Insektengift-Allergie

Die Honigbiene (apis mellifera) 

Die Allergien auf Insektengifte ist wegen ihrer oft dramatischen allergischen Reaktionen bekannt und gefürchtet. Sie ist nicht selten, denn 2-5% der Bevölkerung ist auf Insektengifte überempfindlich. Pro Jahr ist ein Toter auf 2 Millionen Menschen zu beklagen. Bei einem Insektenstich werden Gifte in die Haut gespritzt und lösen dort eine örtliche Entzündung und Schwellung und manchmal Schmerzen aus. Die Reaktionen klingen normalerweise schnell wieder ab und sind nicht gefährlich. Manche Personen entwickeln jedoch Immunreaktionen gegen Giftbestandteile. Wenn es dabei zur Bildung von IgE Antikörpern kommt, führt das zur Entwicklung einer Insektengiftallergie. Im Gegensatz zu anderen Allergieformen gibt bei Insektengiftallergien keine familiäre Häufung und keine offensichtliche genetische Vorraussetzung, d.h. eine Insektengiftallergie kann jeder bekommen wenn er/sie öfter gestochen wird. Eine länger als einen Tag andauernde starke Schwellung ist oft allergisch bedingt. Allergietest und Behandlung (bzw. Prophylaxe) sollten durchgeführt werden, denn das Immunsystem wird mit jedem Stich stimuliert, d.h. die Reaktion auf den folgenden Stich kann wesentlich stärker ausfallen. Insektengiftallergien sind sehr gefährlich, sie enden nicht selten in einem anaphylaktischen Schock. Insektengiftallergiker sollten jederzeit Medikamente für den Stichfall bei sich tragen (siehe Tabelle). Nach starken Reaktionen empfiehlt sich eine Impfkur mit dem entsprechenden Insektengift.


  Tabelle Notfallmedikamente für Menschen mit Insektengiftallergie

  1. Ein schnell wirksames Antiallergikum (Tablette, Brause, Tropfen)
  2. Kortison (Tablette, Brause, Zäpfchen)
  3. Injektionsgerät zur Selbstverabreichung mit Adrenalin oder einer ähnlichen Substanz

In Europa sind nur wenige Insektenarten für Allergien verantwortlich. Die typischen Allergieauslöser sind die Gifte der Honigbiene und verschiedener Wespengattungen. Bienenallergiker reagieren normalerweise auch auf die Gifte von Hummeln, Wespengiftallergiker auch auf Hornissenstiche. Seltener lösen Mücken- oder Ameisengift Allergien aus. Bienen stechen eigentlich nur wenn sie sich bedroht fühlen, Wespen sind wesentlich aggressiver. Viele Patienten können das Insekt nach dem Stichereignis nicht eindeutig identifizieren.

Biene

Wespe

Stich Frühjahr bis Herbst

Ab Sommer

In der Nähe von Bienenstöcken

In der Nähe von Nahrungsmitteln

In der Nähe von Blumen

In der Nähe von Abfall

Stich in den Fuß

Stich im Vorbeiflug

Stachel steckt mit Giftsack

Stachel steckt nicht

 

  Tipps für Insektengiftallergiker:

  • Vorsicht beim Essen im Freien, Wespen fliegen auf Speisen und Getränke (besonders Limonaden und Bier).
  • Trinken Sie nie aus einer Flasche oder Dose, es kann unbemerkt eine Wespe in das Gefäß gekrochen sein.
  • Vorsicht beim Obst- und Blumenpflücken.
  • Vermeiden Sie Abfallkübel im Freien.
  • Gehen Sie  niemals barfuss im Freien.
  • Schützen Sie Ihren Wohnbereich mit Fliegengittern.
  • Benützen Sie keine Parfums oder stark parfümierte Pflegeprodukte. Auch Schweißgeruch zieht Insekten an.
  • Verzichten Sie auf weite bunt gemusterte Kleidung, Insekten fliegen auf Farben und können sich leicht im Stoff verfangen.
  • Fahren Sie Motorrad nur mit geschlossenem Kragen und Helm.
  • Insektengifte sind sehr ähnlich aufgebaut, Reaktionen auf andere Insektengifte (z.B Bremsengift, Ameisengift) sind zu erwarten.
  • Bleiben Sie ruhig wenn sie Bienen oder Wespen sehen.
  • Lassen Sie Wespennester in Ihrer Umgebung von der Feuerwehr entfernen.
  • Falls Sie keine Impfkur gemacht haben, tragen Sie immer Medikamente für den Notfall bei sich, nehmen sie diese sofort nach dem Stich ein.
  • Falls der Stachel steckt kratzen sie ihn seitlich weg - nicht mit einer Pinzette oder den Fingern den Giftsack auspressen.